Gewässerausbau

Gewässer werden im Regelfall durch Laufbegradigung und mittels Uferbefestigung vor Erosion gesichert. Dieser Ausbau führt zur Vereinheitlichung der Gewässerausgestaltung. Die Breiten-Tiefen-Varianz wird extrem reduziert und die vielfältigen Habitatbedingungen werden zerstört. Die gleichmäßige Strömung bewirkt eine Vereinheitlichung der Substratzusammensetzung an der Gewässersohle, Kiesbänke verschwinden.
Die häufig höchstens auf einreihigen Baumbewuchs reduzierte Ufervegetation kann eine ausreichende Beschattung des Gewässers kaum gewährleisten. Dadurch erhöhen sich die sommerlichen Wassertemperaturen, und infolge der mangelnden Beschattung tritt vermehrtes Algenwachstum auf. Sowohl Temperaturerhöhung als auch starkes Algenwachstum wirken sich auf Jungmuscheln letal aus.
Die genannten Effekte werden durch verringerte Wasserführung – vor allem in Restwasserstrecken bei Ausleitungskraftwerken – noch deutlich erhöht.

Restwasserstrecken bieten weder für die Fischfauna noch für Muscheln optimale Lebensräume
Eine ausgelegte Gewässersohle kann von Muscheln nicht besiedelt werden