18.04.2017

Die Abbildung zeigt die Anzahl der Muscheln nach Biomonitoring im Sediment im Verhältnis zur ursprünglichen Muschelzahl: Standort 1 = 83,3%, Standort 2 = 93,3%, Standort 3 = 83,3%

Sensationelle Überlebensraten der Jungmuscheln im Sediment

Erstmals wurden Hälterungsversuche von Jungmuscheln im Sediment durchgeführt. Als Ausbringungsgewässer stellte sich nach eingehender Prüfung der Käfermühlbach bei St. Thomas am Blasenstein als am besten geeignet dar.
Im Rahmen dieses Experiments wurden große, vitale Jungmuscheln der Jahrgänge 2011 und 2012 in Buddensiek-Boxen überführt und darin vollständig im Sediment vergraben. Nach 278 Tagen wurden die Platten ausgegraben und die Überlebensraten bestimmt.
Besonders erfreuliche Ergebnisse zeigten hier vor allem die im Jahr 2011 geernteten Jungmuscheln des Gießenbach-Stammes, die mit Überlebensraten zwischen 83,3 % und 93,3 % beeindruckten (siehe Abbildung). Somit konnte nachgewiesen werden, dass an geeigneten Stellen in diesem potentiellen Wiederansiedlungsgewässer eine ausreichende Sauerstoffversorgung für das Überleben der Tiere im Sediment vorliegt.

 

 

01.04.2017

Vision Flussperlmuschel – Start der neuen Projektphase III 2017–2020

Das Amt der Oberösterreichischen Landesregierung hat das Büro blattfisch mit der Betreuung der dritten Projektphase des Flussperlmuschel-Artenschutzprojektes „Vision Flussperlmuschel“ beauftragt.

 

 

16.03.2017 und 22.03.2017

Informationsveranstaltungen zum Thema Flussperlmuschel in Weitersfelden und St. Thomas am Blasenstein

In Weitersfelden und in St. Thomas am Blasenstein wurde jeweils eine Informationsveranstaltung zum Thema Flussperlmuschelschutz abgehalten. Daniel Daill vom Büro blattfisch hielt einen Vortrag über die aktuelle Situation in Oberösterreich. Daneben standen Clemens Gumpinger vom Büro blattfisch und Stefan Guttmann von der Abteilung Naturschutz am Amt der Oberösterreichischen Landesregierung für weitere Fragestellungen und Diskussionen zur Verfügung. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse am Artenschutzprojekt und an den geplanten Maßnahmen.

 

 

07.03.2017

Besuch der Muschelschutz-Tagung in Bayern

Heuer nahm Daniela Csar an der bayerischen Muschelschutztagung der TU München in Freising teil.

Im Rahmen der diesjährigen Fachtagung wurden aktuelle Fragestellungen aus der Praxis beleuchtet, einschließlich rechtlicher Grundlagen in der Planung, Best-Practice Beispielen bei Gewässerrenaturierungen, Teichpflege und Muschelschutz, sowie Besatzmaßnahmen an Muschelgewässern.

 

 

24.05.2016

Erfreuliches Ergebnis der diesjährigen Biomonitoring-Auswertung

Vom 18. bis zum 21. April 2016 fand die Auswertung des Biomonitorings der 2011 bis 2013 gewonnenen Flussperlmuscheln sowie der Überwinterung der im Jahr 2015 nachgezüchteten Jungtiere statt.
Die Überlebensraten der Tiere, die in den letzten Monaten in verschiedenen Projektgewässern ausgebracht waren, betrugen erfreuliche 91 % bei den Gießenbach 2011er Muscheln, also Individuen des Gießenbach-Stamms, die im Jahr 2011 geerntet wurden, 80,9 % bei den Naarn 2012er Tieren sowie 84,4 % beim Aist 2013er Muschelstamm und 64,2 % bei den im Jahr 2015 geernteten Aist und Naarn Muscheln.
Aktuell ergibt sich somit ein gesunder Bestand von 3350 nachgezüchteten Jungmuscheln aus den bisherigen Erntejahren. Diese setzen sich aus 122 Gießenbach 2011er-, 203 Naarn 2012er-, 114 Aist 2013er und 2.911 Aist und Naarn 2015er-Muscheln zusammen.

 

 

11.05.2016

Die Mitarbeiter vom Büro Blattfisch mit Marco Denic vom Landschaftspflegeverband Passau an der Ohe.
Erfolgreich nachgezüchtete Jungmuscheln in der Elender-Holzkiste.

Fachexkursion nach Bayern zur neuen Muschelzuchtanlage des ArKoNaVera-Projekts

Am 26. April 2016 durften Clemens Gumpinger, Daniela Csar und Daniela Huemer vom Büro Blattfisch die neue Nachzuchtanlage der bayerischen Flussperlmuschel-Kollegen besichtigen, die im Zuge des ArKoNaVera-Projektes, einem überregionalen Artenschutzprojekt für die Flussperlmuschel und die Malermuschel in Sachsen und Bayern, errichtet wurde.

Projektleiter Marco Denic vom Landschaftspflegeverband Passau führte seine Besucher nicht nur durch die Anlage an der Kleinen Ohe, sondern auch zur Wolfsteiner Ohe. In diesem Gewässer sind im Unterwasser einer Wasserkraftanlage verschiedenste Jahrgänge der nachgezüchteten Flussperlmuscheln in den berühmten „Elender-Holzkisten“ ausgebracht. Clemens Gumpinger und seine beiden Mitarbeiterinnen durften bei der Kontrolle einer solchen Kiste dabei sein und circa 200 gesunde dreijährige Flussperlmuscheln bewundern. Auf diesem Wege möchte sich das Blattfisch-Team noch einmal bei Franz Elender und Marco Denic für ihre Gastfreundschaft und die sehr informative Exkursion bedanken!

 

 

21.01.2016

Europaweite Muschelstudie unter Mitwirkung von blattfisch

Es mag nicht immer offensichtlich sein, weil sie sehr unauffällig sind und versteckt leben, aber Muscheln gehören zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen der Welt.

Daher haben 49 Wissenschaftler aus 26 europäischen Ländern die erste allumfassende Studie über den Status quo der europäischen Süßwassermuscheln veröffentlicht, aus der auch Empfehlungen für den erfolgreichen Schutz der gefährdeten Arten abgeleitet werden können. Es handelt sich um einen Katalog aller 16 in Europa heimischen Großmuscheln, der soeben im wissenschaftlichen Journal „Biological Reviews“ veröffentlicht wurde. In diesem Artikel wurde das gesamte aktuelle Wissen über die Biologie, die Verbreitung, die Habitatansprüche und die Gefährdungsursachen der europäischen Najaden sowie die laufenden Schutzbemühungen kompakt zusammengefasst.
Wir sind besonders stolz darauf, dass sich mit Clemens Gumpinger und Christian Scheder auch zwei Blattfische in der internationalen Autorenliste finden. Der Artikel trägt den Titel „Conservation status of freshwater mussels in Europe: state oft he art and future challenges“ und kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
https://www.researchgate.net/profile/Clemens_Gumpinger

 

 

21.12.2015

Frohes Fest!

Wir wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2016!

Allen Kollegen, Auftraggebern und Freunden möchten wir für die erfolgreiche und gute Zusammenarbeit im heurigen Jahr danken!

 

 

02.12.2015

Christian Scheder und Clemens Gumpinger in Clervaux

Blattfische in Luxemburg

Im Rahmen des LIFE+-Projekts „Life UNIO“ wurde im luxemburgischen Clervaux ein viertägiges internationales Seminar unter dem Titel „rearing of unionoid mussels“ abgehalten. Unter den mehr als 80 Teilnehmern aus 20 Ländern war mit Clemens Gumpinger und Christian Scheder auch Österreich vertreten. Das Büro Blattfisch hatte die Gelegenheit, in einem Vortrag über die Erhöhung der Überlebensraten bei der Nachzucht von Flussperlmuscheln durch die Anwendung unterschiedlicher Hälterungsmethoden zu berichten. Der Muschelschutz macht momentan europaweit eine rasante Weiterentwicklung durch, weshalb gerade jetzt die Vertiefung der internationalen Kontakte und der ständige Erfahrungsaustausch besonders wichtig sind, um fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben. Bei der Tagung in Luxemburg haben die Blattfische die Möglichkeit genutzt, zahlreiche Fachgespräche zu führen, viele neue Ideen zu sammeln und die Erfahrungen aus dem oberösterreichischen Flussperlmuschel-Schutzprojekt mit der Kollegenschaft zu teilen.

 

 

12.10.2015

Juvenile Flussperlmuschel

Großer Erfolg bei der diesjährigen Jungmuschel-Aufzucht!

Das Projekt „Vision Flussperlmuschel“ zeichnet sich heuer nicht nur durch die höchsten Erntezahlen seit Projektbeginn aus – auch die Aufzucht der Jungmuscheln war in diesem Jahr so erfolgreich wie nie zuvor im oberösterreichischen Artenschutzprojekt. Mit dem Ende der Laborhälterung liegen derzeit insgesamt 4.537 im Jahr 2015 geerntete Jungmuscheln vor. Es handelt sich hierbei um 1.679 Aist- und 3.007 Naarn-Muscheln, die seit Juni in Klimaschränken, Aquarien oder Holzkäfigen gehältert wurden. Mit dem Erreichen von 1 mm Schalenlänge konnten die Jungtiere Ende September in verschiedenen Hälterungssystemen ins Freiland ausgebracht werden.
Besonders erfreulich ist, dass ein Großteil der Jungmuscheln zum Zeitpunkt ihrer Ausbringung einen äußerst vitalen Eindruck machte. Daher werden bei der ersten Kontrolle im Frühjahr 2016 entsprechend hohe Überlebensraten erwartet.
Video juvenile Flussperlmuscheln.

 

 

23.09.2015

Adulte Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel - ein Interview dazu

Im Sommer wurde Clemens Gumpinger zum Flussperlmuschel-Projekt interviewt. Daraus entstanden ist der Beitrag "Ein Wohnzimmer für die Muschel" auf der Homepage Blühendes Österreich.
Zum Beitrag.

 

 

14.08.2015

Diagramm Ernteverlauf 2015
Juvenile Flussperlmuscheln - Erntejahr 2015

Erntezahlen vom Vorjahr übertroffen!

Genau ein Monat nach Erntestart wurde die diesjährige Jungmuschelernte beendet. In dieser Zeit konnten 21.495 Aist- und 26.957 Naarn-Jungmuscheln gewonnen werden – das sind insgesamt 48.452 Individuen. Somit konnte die bereits sehr hohe Anzahl an Jungtieren vom letzten Erntejahr um etwa 8.000 Tiere übertroffen werden.

Besonders erfreulich sind die bisherigen Überlebensraten der Muscheln in den Klimaschränken, in denen derzeit etwa 9.000 Jungmuscheln gehalten werden.
Etwa die Hälfte der gewonnenen Tiere wurde im Alter von einer Woche in Jungmuschelrinnen übersiedelt. Die restlichen Muscheln werden aktuell in Holzkisten und Aquarien gehalten.

Zurzeit ist das gesamte Flussperlmuschel-Team fast täglich damit beschäftigt, die Vitalität der Jungmuscheln aufrecht zu erhalten, bis diese im Herbst, beim Erreichen von etwa 1 mm Körpergröße, in Buddensiek-Boxen und Muschelsilos in verschiedene Gewässer ausgebracht werden können.

 

 

19.06.2015

Erfolgreicher Start der Jungmuschelernte

Am 15. Juni starteten wir die diesjährige Jungmuschelernte und bereits am ersten Tag konnten mehr als 4.000 juvenile Naarn- und fast 1.000 Aist-Muscheln gewonnen werden. Besonders die hohe Anzahl der Naarn-Tiere begeistert uns – bisher wurden im oberösterreichischen Artenschutzprojekt noch nie so viele Muscheln eines Stammes an einem Tag geerntet!
Das gesamte Team freut sich auf die folgenden Erntetage und hofft, vielleicht sogar die hohe Anzahl von mehr als 40.000 gewonnenen Jungmuscheln vom Vorjahr zu übertreffen.

 

 

31.03.2015

Deckblatt Tagungsprogramm

Teilnahme an der Fachtagung „Muschelschutz in Bayern“

Am 19. März 2015 fand im Wissenschaftszentrum Weihenstephan in Freising die jährliche Fachtagung zum Thema „Muschelschutz in Bayern“ statt. Sarah Höfler und Daniela Gstöttenmayr nahmen als Vertreterinnen des Büros blattfisch an der interessanten Veranstaltung teil. Im Fokus der Tagung stand neben der Flussperlmuschel auch die Bachmuschel (Unio crassus), eine weitere massiv bedrohte Großmuschelart. Neben der Vorstellung verschiedener Schutzprojekte, Bestandsstützungs- und Einzugsgebietsmanagement-Maßnahmen wurden auch Methoden zur Muschelkartierung in Fließgewässern vorgestellt. Mit ihrem Vortrag „Feststoffmanagement im Mühlviertel und im Bayerischen Wald“ leistete Sarah Höfler einen wichtigen Beitrag zur Thematik der Sedimentproblematik in Muschelgewässern.

 

 

25.02.2015

Sonderband Limnologica

Wir freuen uns bekanntgeben zu dürfen, dass das Wissenschaftsjournal Limnologica anlässlich der Flussperlmuschel-Tagung, die im November 2013 in Kefermarkt stattgefunden hat, einen Sonderband zum Thema „Süßwassermuscheln“ herausgegeben hat. Das Heft ist soeben erschienen und enthält auf 91 Seiten insgesamt zwölf wissenschaftliche Artikel aus sieben europäischen Ländern. Die Beiträge liefern das derzeit aktuellste Bild von den europaweiten Bemühungen im Einzugsgebiets- und Artenschutzmanagement zum Erhalt der Flussperlmuschel. Neben Österreich, das mit vier Artikeln an der Sondernummer beteiligt ist, beinhaltet das Heft Beiträge aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Schweden, der Russischen Föderation, der Tschechischen Republik und Portugal.

Von Blattfischseite haben Clemens Gumpinger und Christian Scheder diesen Sonderband als Gastherausgeber betreut, von Seiten der BOKU Wien Christoph Hauer.
Es ist uns eine wirkliche Ehre, als privates Büro an einem Publikationsorgan einer so wissenschaftlich renommierten Fachzeitschrift mitgewirkt zu haben, und wir hoffen, damit einen Beitrag in der internationalen Zusammenarbeit zum Schutz der Flussperlmuschel geleistet zu haben. Leider ist es aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich, alle Beiträge auf unserer Homepage zu veröffentlichen. Beiträge, an denen das Büro Blattfisch mitgewirkt hat, können bis 31. Mai 2015 unter den folgenden Links kostenfrei heruntergeladen werden:
Gumpinger et al. (2015)
Scheder et al. (2015)
Denic et al. (2015)

 

 

11.02.2015

Neue Flussperlmuschel-Publikation

Gemeinsam mit dem Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau (IWHW) an der Universität für Bodenkultur hat das Büro Blattfisch eine Habitatmodellierung für die Flussperlmuschel durchgeführt, bei der zwei aktuelle Flussperlmuschelgewässer und vier potentielle Wiederansiedlungsgewässer genau untersucht wurden. Erhoben wurden Sedimentverteilungen, Strömungsgeschwindigkeiten, Wasserchemie in der fließenden Welle und im Kieslückenraum. Außerdem wurde für die beiden Flussperlmuschelbäche ein hydrodynamisch-numerisches Modell erstellt, mit dessen Hilfe die Schleppspannungen bei Hochwasserereignissen ermittelt wurden. Anhand aller Daten konnten Aussagen über die Stabilität des Gewässerbetts, aber auch der Durchströmung des Kieslückenraums getroffen werden. Mit Hilfe des Modells soll es möglich werden, die am besten geeigneten Stellen für eine Wiederansiedelung der nachgezüchteten Flussperlmuscheln zu finden.
Es freut uns besonders, dass das renommierte Wissenschaftsjournal Limnologica unsere Arbeit mit der Veröffentlichung unserer Ergebnisse in Form eines wissenschaftlichen Artikels honoriert hat. Der Artikel kann hier bis 31. Mai 2015 gratis heruntergeladen werden.

 

 

18.12.2014

Elez (Flussperlmuschel-Gewässer in Frankreich)
Elez (Flussperlmuschel-Gewässer in Frankreich)

Internationale Flussperlmuschel-Tagung in Brest (Frankreich)

Um in punkto Muschelzucht und Einzugsgebietsmanagement in Flussperlmuschel-Gewässern ständig am neuesten Wissensstand zu bleiben und um internationale Kontakte mit der Fachkollegenschaft zu pflegen, nahm Daniela Gstöttenmayr, eine Mitarbeiterin des Technischen Büros für Gewässerökologie, im November 2014 an der Konferenz „Conservation and restoration of freshwater pearl mussel populations and habitat in Europe“ teil. Die Tagung wurde im Rahmen eines Life+-Projektes in Frankreich abgehalten.

Themen der Konferenz waren neben dem aktuellen Verbreitungs- und Schutzstatus der Flussperlmuschel in Europa auch neueste Erkenntnisse zur Biologie und zur Nachzucht dieser Art. Weiters wurden die Themenbereiche Ökotoxikologie und Einzugsgebietsmanagement in rezenten Muschel-Gewässern sowie in potentiellen (Wieder-)Ansiedelungsgewässern behandelt. In ihrem Vortrag „Conservation of Freshwater Pearl Mussels (Margaritifera margaritifera L.) in Austria – Advances in a Controlled Rearing System” stellte Daniela Gstöttenmayr das oberösterreichische System der Flussperlmuschel-Nachzucht vor. Neben den äußerst informativen Vortragsreihen fanden im Zuge der Tagung auch Exkursionen zur bretonischen Zuchtstation sowie zu zwei Flussperlmuschel-Gewässern statt.

 

 

30.09.2014

Dreijährige Flussperlmuscheln vom Gießenbach
Dreijährige Flussperlmuscheln vom Gießenbach

Erfreuliche Ergebnisse bei der Biomonitoring-Auswertung

Ende August wurden die im Herbst 2013 ausgebrachten Buddensiek-Boxen, das sind spezielle Behältnisse, mit denen die Jungmuscheln vor Fressfeinden geschützt in die Gewässer eingesetzt werden, kontrolliert. Es erfolgte zudem die Auswertung der letzten Überwinterung sowie des Biomonitorings mit den juvenilen Flussperlmuscheln aus den vergangenen Erntejahren in drei verschiedenen Gewässern: der Flanitz, dem Gießenbach und dem Käfermühlbach.

Erfreulicherweise konnten besonders bei den „älteren“ Jungtieren, das heißt bei den Muscheln aus dem Jahrgang 2011 mit Elterntieren aus dem Gießenbach, sehr hohe Überlebensraten festgestellt werden. Die Überlebensrate seit der letzten Kontrolle betrug hier 95,9%; damit haben 141 von 147 Jungmuscheln das letzte Jahr in den Bächen überlebt. Die mittlerweile dreijährigen Gießenbach-Jungmuscheln erfreuen sich bester Gesundheit und sind in den letzten drei Saisonen so gut gewachsen, dass sie in wenigen Wochen aus den Buddensiek-Boxen in Freilandkäfige übersiedelt werden können.
Auch die Überlebensrate der Jungmuscheln aus dem Jahr 2012 betrug, mit 322 Überlebenden von 453 ins Gewässer ausgebrachten Individuen, bemerkenswerte 71,1%. Lediglich bei den 2013 geernteten Tieren mussten höhere Sterberaten verzeichnet werden – hier überlebten nur 18,6% der Jungmuscheln das letzte Jahr. Der Vergleich der Überlebensraten in den verschiedenen Gewässern ließ besonders den Gießenbach sowie den Käfermühlbach positiv hervortreten. Dieses Ergebnis bestätigt die besonders hohe Wasserqualität dieser beiden Mühlviertler Gewässer.

 

 

17.08.2014

Jungmuschelrinnen Naarn
Jungmuschelrinnen Aist

Das Projekt “Vision Flussperlmuschel” startet in die nächste Runde

Die zweite Projektphase (2014 bis 2016) des Projekts „Vision Flussperlmuschel“ wurde letzte Woche eingeleitet. In den kommenden Jahren wird zum Schutz und Erhalt der Flussperlmuschel in Oberösterreich der Fokus auf zwei zentrale Strategien gelegt:

  1. Die Aufzucht der juvenilen Muscheln in den ersten Lebensmonaten soll optimiert werden.
  2. Verschiedene Hälterungssysteme für das Einbringen der jungen Flussperlmuscheln in geeignete Gewässer sollen entwickelt, getestet und zu vollem Einsatz gebracht werden.

Bereits Anfang August 2014 wurden 2.559 der heuer geernteten Jungmuscheln aus der Naarn sowie  2.123 Individuen des Aist-Stamms in Fließrinnen übersiedelt. Gleichzeitig wurde in beiden Rinnen ein Biomonitoring mit 100 Individuen je Stamm gestartet, um gemeinsam mit den ständig untersuchten Wasserwerten das neue System bestmöglich kontrollieren und bei Problemen unverzüglich eingreifen zu können. Zur Zeit wird außerdem an der Entwicklung von drei weiteren Hälterungsmethoden, zusätzlich zu den bereits erprobten Buddensiek-Boxen, für die Verwendung im Freiland getüftelt. Ab Ende September sollen die „älteren“ Jungmuscheln, also jene aus den vorhergehenden Erntejahren, in diese Behältnisse übersiedelt und damit in acht verschiedene Gewässer eingebracht werden. Alle Hälterungssysteme müssen ab dem Zeitpunkt ihrer Ausbringung natürlich kontinuierlich überwacht und gereinigt werden.
Neben vielen anderen Aktivitäten des Flussperlmuschelprojektes werden ab Herbst 2014 erstmals auch die Einzugsgebiete der ausgewählten Wiederansiedlungsgewässer genau kartiert. Hierbei sollen Sedimenteintragspfade sowie andere Quellen muschelschädlicher Einflüsse detektiert werden.

Um ständig im Austausch mit möglichst vielen Flussperlmuschel-Experten zu bleiben, werden auch in dieser Projektphase die internationalen Kontakte auf diversen Kongressen und Tagungen gepflegt. Ende November dieses Jahres wird Daniela Gstöttenmayr vom Büro Blattfisch zu einer internationalen Flussperlmuschel-Tagung nach Frankreich reisen. Das gesamte Projekt-Team freut sich auf eine vielversprechende Phase II von „Vision Flussperlmuschel“, in der mit Sicherheit die nächsten bedeutenden Schritte für den Fortbestand der Flussperlmuschel in den heimischen Gewässern gesetzt werden können.

 

 

23.07.2014

Ernteverlauf 2014 Aist und Naarn
Gegenüberstellung freilebende adulte und nachgezüchtete junge Muscheln
Diagramm Ernte- und Überlebenszahlen in den ersten vier Projektjahren

Großer Erfolg in der heurigen Jungmuschel-Ernte

Die heurige Jungmuschelernte erstreckte sich über den Zeitraum vom 16. Juni bis 18. Juli 2014 und verzeichnete die bis dato größten Ernteerfolge der letzten vier Projektjahre. Erfreulicherweise konnten in diesen 33 Tagen über 40.000 Jungmuscheln geerntet werden - mehr als doppelt so viele Individuen wie im letzten Erntejahr.
Die große Bedeutung dieser hohen Jungmuschelzahlen für die Ursprungspopulationen lässt sich am besten durch eine Gegenüberstellung mit den bekannten Zahlen der freilebenden Adulten hervorheben:

In der Waldaist beläuft sich der Bestand derzeit auf 2.774 Tiere, bei denen der Altersdurchschnitt um 90 Jahren liegt! Eine natürliche Verjüngung kann im Freiland offenbar nicht mehr stattfinden. Im Zuge des im vierten Jahr befindlichen Nachzuchtprojekts konnte mit insgesamt 36.541 geernteten Jungmuscheln der Grundstein für eine merkliche Verjüngung der Population gelegt werden.

Sehr ähnlich stellt sich die Situation in der Naarn dar: Der derzeit bekannte Restbestand im Freiland beschränkt sich auf nur 123 Tiere. Demgegenüber stehen in den letzten vier Jahren geerntete 25.766 Jungmuscheln.

Der natürlich hohen Sterberate der Jungmuscheln in den ersten Lebensmonaten wird durch bestmögliche Pflege entgegengewirkt, bis dato können wir rund 16.100 vitale Aist- und 18.600 Naarn-Muscheln verzeichnen.
Aktuell werden die frisch geernteten Jungmuscheln in Klimaschränken im Labor gehältert, die ein- bzw. mehrjährigen Muscheln werden hingegen in speziellen Boxen direkt im Gewässer gehalten.
Um diese überwältigende Anzahl an Jungmuscheln die nächsten Jahre noch besser zu versorgen und den personellen Aufwand trotzdem im Rahmen zu halten, wird momentan fieberhaft an Hälterungssystemen für Jungmuscheln getüftelt. Die ersten Versuche dafür wurden bereits in die Gänge geleitet und verlaufen durchwegs positiv. Der Startschuss der Jungmuschelhälterung in Fließrinnen ist für den Herbst 2014 anberaumt.

 

 

16.07.2014

Poster, das bei der Tagung präsentiert wurde

Flussperlmuschel-Habitatmodellierung in Norwegen präsentiert

Das Artenschutzprojekt Flussperlmuschel wurde bereits mehrfach im internationalen Wissenschaftlerkreis präsentiert und diskutiert.
Das Blattfisch-Projektteam hat nun zusammen mit der Universität für Bodenkultur in Wien erfolgreich eine Modellierungsmethode zur Beschreibung der Habitateignung für Flussperlmuscheln entwickelt. Daraus entstand die Idee, ein internationales Projekt anzustoßen, in dem zahlreiche Arbeitsgruppen verschiedener Länder zu dieser Thematik arbeiten.

Vom 23. - 27. Juni 2014 fand in Trondheim, Norwegen, das „10th International Symposium on Ecohydraulics“ statt, eine internationale Zusammenkunft von Wissenschaftlern, die sich mit Computersimulation und -modellierung beschäftigen. Unsere Arbeitsgruppe erhielt die Gelegenheit, das untenstehende Poster als Beitrag zur Konferenz zu präsentieren. Christoph Hauer und Clemens Gumpinger besuchten die Konferenz zu diesem Zweck.
Neben dem sehr wichtigen und interessanten fachlichen Austausch konnten weitere Arbeitsgruppen für die Idee eines internationalen Projektes begeistert werden. Nach der Tagung in Finnland (siehe Beitrag vom 04.06.2014) ein weiterer wichtiger Schritt zur Interessenabstimmung auf dem Weg zur Konzeptionierung eines internationalen Projektes.

 

 

16.06.2014

Jungmuschelernte voll im Gange

Aufgrund der Ernte-Erfahrungen der vergangenen Jahre und der Ergebnisse der aktuellen internationalen Literatur hinsichtlich Abfallraten von Jungmuscheln, haben wir beschlossen, unsere Jungmuschelernte beim Erreichen von rund 1800 Tagesgraden zu beginnen.
So konnten wir heute, an unserem ersten Erntetag, insgesamt rund 500 Jungmuscheln ernten. Das Flussperlmuschel-Team freut sich über den erfolgreichen Ernteauftakt und blickt zuversichtlich den folgenden Erntewochen entgegen.

 

 

14.06.2014

Teilnahme am Tag der offenen Tür des Biologie-Zentrums Linz

Das Biologie-Zentrum des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz hat uns zum Tag der offenen Tür unter dem Motto „James Bond im Ökopark“ eingeladen. Dabei durften Birgit Lerchegger und Clemens Gumpinger zwei Vorträge zum Thema Flussperlmuschel in Oberösterreich halten. Sowohl die „großen“ als auch die „kleinen“ Gäste waren von der Flussperlmuschel so begeistert, dass sogar eine zukünftige Zusammenarbeit mit einer Linzer Schulklasse in Aussicht steht.

 

 

04.06.2014

Muschelsuche mit dem Schauglas
16mm große Jungmuschel

Tagungsteilnahme am internationalen Flussperlmuschel-Seminar in Rovaniemi (Finnland)
und Anbahnung eines internationalen Habitatmodellierungsprojektes

Von 13. bis 15. Mai 2014 fand im finnischen Rovaniemi das Abschluss-Seminar zu einem Interreg-Projekt mit dem Titel „Restoration of freshwater pearl mussel populations with new methods“ mit Teilnehmern aus acht europäischen Ländern statt.
Neben den am Interreg-Projekt beteiligten Ländern Norwegen, Schweden und Finnland waren Vertreter aus Deutschland, Irland, Estland und Spanien anwesend – und Österreich war durch das Büro Blattfisch vertreten.

In einer Projektstudie, die von uns im Auftrag der Amtes der Ober- und Niederösterreichischen Landesregierung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wasserwirtschaft, Hydrobiologie und konstruktiven Wasserbau an der Universität für Bodenkultur umgesetzt wurde, wurde anhand von fünf heimischen Gewässern eine Modellierung geeigneter Wiederansiedelungshabitate für die Flussperlmuschel durchgeführt – der Bericht kann als pdf heruntergeladen werden.
Die Habitatmodellierung gab Aufschluss über jene Bereiche, die von adulten Muscheln bevorzugt besiedelt werden; berücksichtigt wurden vielfältige abiotische Parameter wie Fließgeschwindigkeit, Durchfluss, Sedimentzusammensetzung, hydrostatischer Druck oder Sohlschubspannung. Die Ergebnisse ermöglichen es uns, Aussagen über geeignete Habitate zu treffen – allerdings nur über Bereiche, in denen adulte Muscheln günstige Bedingungen vorfinden. Über die Ansprüche von Jungmuscheln können keine Aussagen getroffen werden, weil in Österreich keine nennenswerte Fortpflanzung stattfindet.

Folglich haben wir es uns zum Ziel gesetzt, ein großes internationales Habitatmodellierungsprojekt zu initiieren, zu dem wir Länder mit intakten Populationen einladen möchten. In einem ersten Schritt wurde ein Folder mit den wichtigsten Informationen gestaltet (auch dieser kann als pdf heruntergeladen werden) und an ausgewählte Fachkolleginnen und –kollegen ausgeschickt. Das Echo war überwältigend – nach nur zwei Tagen konnten wir uns bereits über äußerst positive Rückmeldungen aus fünf Ländern freuen. Eine besonders erfreuliche Rückmeldung haben wir von den Veranstaltern des finnischen Flussperlmuschel-Seminars erhalten, die uns kurzerhand eingeladen haben, im Rahmen der Tagung einen halbstündigen Vortrag über unsere bisherigen Modellierungsarbeiten zu halten und damit neue Interessenten zu werben. Auch hier waren die Reaktionen überaus erfreulich: Mittlerweile haben Vertreter aus insgesamt elf Ländern großes Interesse an einem internationalen Projekt gezeigt, teilweise wurden sogar bereits konkrete Vorschläge für Untersuchungsgewässer und Methoden gemacht.

Wir hoffen, mit dem laufenden Flussperlmuschel-Artenschutzprojekt und ergänzenden Forschungsprojekten - wie dem in Planung befindlichen internationalen Habitatmodellierungsprojekt - Grundlagen dafür zu schaffen, die auch in Österreich wieder das Vorkommen großer, intakter Flussperlmuschelbestände ermöglichen. Einen atemberaubenden Vorgeschmack auf solche Bestände gab übrigens eine Exkursion zum finnischen Pirttijärvi im Rahmen der Tagung in Rovaniemi – hier bevölkern Flussperlmuscheln aller Größenordnungen die gesamte Bachsohle, und Jungmuscheln verschiedener Jahrgänge sind keine Besonderheit.

 

 

27.05.2014

Wir sind in den Startlöchern

Wir warten in den Startlöchern auf den Beginn der heurigen Jungmuschelernte. Die Wirtsfische sind erfolgreich mit unzähligen Glochidien infiziert und die Nachzuchtanlage ist bereits auf den Erntebetrieb umgestellt. Jetzt braucht nur mehr die Wassertemperatur etwas steigen, damit der Anstoß für das Abfallen der Jungmuscheln gegeben ist. Wir freuen uns auf eine bestimmt erfolgreiche Erntezeit!

 

 

09.04.2014

Teilnahme an der Muschelschutztagung in Freising

Am 11. März 2014 fand im Wissenschaftszentrum Weihenstephan in Freising eine Muschelschutztagung zum Thema „Muschelschutz im Spannungsfeld zwischen Gewässernutzung und Klimawandel – Herausforderungen in der Naturschutzpraxis“ statt. Neben zahlreichen renommierten Vortragenden nahm auch Birgit Lerchegger, als Vertreterin des oberösterreichischen Muschelschutzes, an der Tagung teil. Neben den Auswirkungen der Klimaveränderung auf die gewässerökologische Situation des deutsch-österreichischen Einzugsgebietes der Donau wurden unter anderem weitere wesentliche Betrachtungen in Hinblick auf Wirtsfischqualität, Bisamproblematik und neue Beobachtungen hinsichtlich Nahrungsverfügbarkeit dokumentiert. Zudem konnten erfreuliche Nachzucht- bzw. Wiederansiedelungserfolge in zwei deutschen Flussperlmuschelgewässern dokumentiert werden. Durch anregende Diskussionen zur Thematik konnte sowohl der Wissensstand aufgefrischt, als auch die gute länderübergreifende Zusammenarbeit gefestigt und forciert werden.

 

 

12.02.2014

Neues Projekt forciert vertiefende Erkenntnisse zum Sedimenthaushalt im Lebensraum der Flussperlmuschel

Die Gewässer im Massiv der Böhmischen Masse sind der Lebensraum der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera). Diese geologische Einheit weist aufgrund ihres Aufbaues aus Silikatgestein eigene Eigenschaften und auch einen typischen Sedimenthaushalt in den Gewässern auf.

Der Feststoffhaushalt in den Bächen und Flüssen des Mühlviertels und des Bayrischen Waldes steht im Fokus eines 2014 vom Amt der Oö. Landesregierung mit verschiedenen Kooperationspartnern initiierten Projektes. Durchgeführt wird die Studie vom Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau der Universität für Bodenkultur (Boku) in Zusammenarbeit mit dem Technischen Büro für Gewässerökologie (www.blattfisch.at) und dem Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement der Boku. Ausgangspunkt des Projektes ist das zunehmend offenkundige Problem der „Versandung“ der Fließgewässer im Projektgebiet. Der Überschuss an Bestandteilen der Sandfraktion führt zu lebensfeindlichen Bedingungen für die aquatische Biozönose, da dieses Material sehr mobil ist (siehe Video) und die natürlichen Substratschichten überdeckt. Darüber hinaus führt der überschüssige Sand zu schutzwasserwirtschaftlichen und wasserbaulichen Fragestellungen. Im nun gestarteten Projekt soll erstmals umfassend dem Themenkomplex nachgegangen werden.

Dafür werden über 500 Sedimentproben genommen, das Gewässernetz sowie die potentiellen Quellen und Eintragspfade kartiert und umfangreiche Modellierungen durchgeführt. Darauf aufbauend soll der Konnex zur Biologie der Gewässer hergestellt werden. Betrachtet werden dafür die Makrozoobenthosfauna und die Flussperlmuschel, da diese Tiere aufgrund ihrer hohen Bindung an das Gewässersubstrat eine hohe Indikatorfunktion bezüglich des Zustandes des Sedimenthaushaltes aufweisen.
Aus dem Projekt sind umfangreiche und wertvolle neue Erkenntnisse zum Zustand und zu den Problemstellungen im Lebensraum der Flussperlmuschel zu erwarten, die in zukünftige Schutzkonzepte für die Flussperlmuschel einfließen werden.

 

 

07.01.2014

Überblick der gelungenen Jungmuschel-Nachzucht innerhalb der ersten Projektphase des Artenschutzprojektes

Der Betrieb der Flussperlmuschelnachzuchtstation hat in der ersten Projektphase im Zeitraum von 2011 bis 2013 erfreulicherweise zu nennenswerten Jungmuschelgewinnen geführt, wobei der Ernteerfolg über diese drei Projektjahre stetig zugenommen hat. Trotz der hohen Erntezahlen, vor allem im Jahr 2013 mit knapp 20.000 Individuen, können wir aktuell von knapp 2.000  vitalen nachgezüchteten Jungmuscheln sprechen. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße sind die frisch geernteten Jungmuscheln gegenüber Fressfeinden wie beispielsweise Ciliaten, aber auch Krankheiten wie Verpilzungen sehr empfindlich. Diese Sensibilität führte in den Jahren 2011 und 2012 zu einer weitgehend natürlichen Bestandsreduktion im Labor. Im Projektjahr 2013 überlebten von den knapp 20.000 geernteten Individuen jedoch deutlich weniger als 10% bis zur Überwinterung im November. Plötzlich und überall zeitgleich auftretende, deutliche anatomische Veränderungen der Jungmuscheln während der Hälterung im Labor (geschwollener Fuß, pigmentlose Zuwachsringe), abnehmende Aktivität und verlangsamtes Wachstum führten im Sommer 2013 zu hohen Ausfallsraten. Es wird möglicherweise ein Vergiftungsphänomen angenommen, das wahrscheinlich aus mangelnder Detritusqualität resultierte. Um diese Problematik im kommenden Projektjahr zu vermeiden, wird der Detritus zukünftig aus Feuchtwiesen gewonnen.

Die untenstehende Graphik dient zur groben Orientierung der wesentlichen durchgeführten Arbeitsschritte während der ersten Projektphase und zeigt die damit erzielten Erfolge der Jungmuschelgewinnung bis zum bislang letzten Kontrollzeitpunkt im November 2013.

19.12.2013

Frohes Fest!

Wir wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2014!

Allen Kollegen, Auftraggebern und Freunden möchten wir für die erfolgreiche und gute Zusammenarbeit im heurigen Jahr danken!

 

 

2.12.2013

Sehr erfolgreiche Flussperlmuscheltagung

Das Bearbeitungsteam des oberösterreichischen Flussperlmuschelprojektes ist sehr stolz auf den Erfolg der vom 13. bis 15. November 2013 abgehaltenen Fachtagung und Informationsveranstaltung mit dem Themenschwerpunkt „Wiederherstellung geeigneter Lebensräume für die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)“ im Schloss Weinberg in Kefermarkt.
Neben mehr als 80 Wissenschaftlern aus dreizehn Ländern Europas waren am dritten Tag der Veranstaltung zahlreiche neugierige Einheimische gekommen und hatten sich intensiv an der Diskussion beteiligt und auch in den nachmittäglichen Arbeitsgruppen sehr konstruktiv mitgearbeitet.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

25.7.2013

Große Freude über überwältigende Jungmuschelzahlen

Die Jungmuschel-Erntephase des aktuellen Projektjahres ist abgeschlossen – und unsere kühnsten Erwartungen wurden massiv übertroffen! Nach dem langen und sehr kalten Winter, den teils katastrophalen Frühjahrshochwassern und der massiv hinausgezögerten Entwicklung, die zu Beginn des Sommers überall in der Natur zu erkennen war, war eigentlich höchstens mit einer mittelmäßigen Ernte zu rechnen. Als bereits zu Beginn der Erntephase Jungmuscheldichten in den Erntesieben vorlagen, die weit über jenen der vorangegangenen Projektjahre lagen, waren wir vorsichtig optimistisch. Dass im Laufe der Zeit dann aber Ernteraten von bis zu 4.104 Jungmuscheln an einem einzigen Erntetermin erzielt und über die letzten Wochen insgesamt 19.744 vitale Tiere geerntet werden konnten, ist für den österreichischen Flussperlmuschelschutz als sensationell zu bezeichnen. Vor allem der Vergleich mit den vorangegangenen Jahren zeigt deutlich den großen Erfolg des Projektjahres 2013: Im Jahr 2011 konnten 658 Jungmuscheln aus dem Gießenbach geerntet werden, im Jahr 2012 waren es 1.156 Jungmuscheln aus der Naarn. Heuer liegt der Ernteerfolg somit 17-fach höher als im Vorjahr! Besonders erfreulich sind auch die enorm hohen Überlebensraten der Jungmuscheln im Labor. In den ersten beiden Projektjahren war der Anteil nicht überlebensfähiger Tiere, die von den Wirtsfischen abgefallen sind, mit bis zu 63% überaus hoch; auch in den ersten Wochen im Klimaschrank waren bei jedem Wasser- und Futterwechsel nennenswerte Sterberaten festzustellen. Im aktuellen Projektjahr hingegen war die Zahl toter oder nicht überlebensfähiger Muscheln bei der Ernte vernachlässigbar gering, und auch im Zuge des wöchentlichen Wasserwechsels sind so gut wie keine Ausfälle zu verzeichnen – die Überlebensraten liegen derzeit bei über 97%. Auch was die Vitalität, die Entwicklung und das Wachstum der Jungmuscheln angeht, handelt es sich heuer um ein Ausnahmejahr. Im Vergleich mit den vergangenen Jahren sind die Muscheln bereits deutlich weiter entwickelt und mit einem deutlich größeren Körperdurchmesser von den Wirtsfischen abgefallen, und die großen wöchentlichen Längenzuwächse lassen uns hoffen, dass die notwendige Vorstreckphase im Labor (bis zur Mindestgröße, ab der die Tiere im Freiland überleben können) heuer kürzer ausfallen wird als in den Vorjahren.
Die große Bedeutung dieser hohen Jungmuschelzahlen für die Ursprungspopulationen lässt sich am besten durch eine Gegenüberstellung mit den bekannten Zahlen der freilebenden Adulten hervorheben:
In der Waldaist beläuft sich der (überalterte) Bestand derzeit auf 2.774 Tiere, es können aktuell im Freiland keine Individuen belegt werden, die jünger als 15 Jahre sind – der Altersdurchschnitt liegt gar bei etwa 90 Jahren! Eine natürliche Verjüngung kann im Freiland offenbar nicht mehr stattfinden. Im Zuge des diesjährigen Nachzuchtprojekts konnte mit 17.554 geernteten Jungmuscheln der Grundstein für eine merkliche Verjüngung der Population gelegt werden. Aktuell wird im Labor eine Jungmuschelpopulation betreut, die mehr als das Sechsfache der Freilandpopulation ausmacht.
Sehr ähnlich stellt sich die Situation in der Naarn dar: Der derzeit bekannte Restbestand im Freiland beschränkt sich auf nur 123 Tiere, die im Zuge einer Fischbestandsbergung erst im Jahr 2010 zufällig entdeckt worden sind. Demgegenüber stehen in den letzten beiden Jahren gewonnene 2.791 vitale Jungmuscheln, von denen mehr als 600 bereits ihren ersten Winter im Freiland überstanden haben.
Im Rahmen des Nachzuchtprojektes wird großer Wert auf eine intensive Pflege und Betreuung der Jungmuscheln gelegt, damit die natürlicherweise immens hohen Sterberaten so weit wie möglich gesenkt werden können. Derzeit gelingt dies in den Klimaschränken erfreulich gut. Wir hoffen daher, an dieser Stelle bald von der Ausbringung einer großen Zahl kräftiger und gesunder Jungmuscheln in die Überwinterungsgewässer berichten zu können.

 

 

10.7.2013

Überwältigend hohe Ernteerfolge bei der diesjährigen
Flussperlmuschel-Nachzucht

Wie vor kurzem an dieser Stelle berichtet, haben die jungen
Flussperlmuscheln mit dem Abfallen von ihren Wirtsfischen begonnen. jeden
zweiten Tag werden derzeit die Erntesiebe geleert und ihr Inhalt im Labor
auf junge Muscheln untersucht. Während in den ersten Wochen jeweils nur
wenige Tiere geerntet werden konnten, hat ab Ende juni mit etwa 500
Jungmuscheln pro Erntetermin die Haupterntephase eingesetzt. Besonders
beeindruckend ist die enorme Zahl, die aktuell in den Erntesieben zu finden
ist – so konnten alleine am 8. juli  2.107 junge Aist-Muscheln geerntet
werden! Somit entspricht derzeit die Ernte eines einzigen Termins beinahe
der Zahl an erwachsenen Muscheln, die insgesamt noch in der Waldaist zu
finden sind! Erfreulich hoch sind auch die Überlebensraten im Klimaschrank:
Die Zahl an kranken oder abgestorbenen Tieren, die im Zuge der regelmäßigen
Wasserwechsel festgestellt werden, ist vernachlässigbar gering. Damit dürfte
die kritischste Phase der Jungmuschelgewinnung bereits hinter uns liegen,
und wir dürfen hoffen, einen hohen Anteil der geernteten Jungtiere im Herbst
in Lochplatten ins Freiland setzen zu können. Mit den bisher im Projekt
gewonnenen Muscheln (aus Gießenbach, Aist und Naarn wurden von 2011 bis
heute knapp 5.500 Tiere gewonnen) ist es uns gelungen, drei der wichtigsten
verbliebenen Flussperlmuschelpopulationen Oberösterreichs zu stützen und
merklich zu deren Verjüngung beizutragen – in den drei genannten Gewässern
waren vor Beginn der Nachzucht insgesamt nur noch 3.000 Flussperlmuscheln
dokumentiert worden, die Bestände bestanden praktisch ausschließlich aus
adultenTieren, erfolgreiche Fortpflanzung konnte im Freiland nicht mehr
nachgewiesen werden.

 

 

5.6.2013

Die jungen Aist-Muscheln beginnen mit dem Abfallen von den Wirtsfischen

Allen Erwartungen zum Trotz beginnen die jungen Muscheln aus dem Infektionszyklus des vergangenen Sommers überraschenderweise gerade jetzt, während des Hochwassers mit den daraus resultierenden niedrigen Wassertemperaturen, von ihren Wirtsfischen abzufallen. Im Erntesieb fanden sich heute die ersten 37 Jungmuscheln aus dem Aist-System – mit elf lebenden Tieren, die schon deutliche Bewegungen von Fuß und Schalenklappen zeigen, ist ein erfreulich hoher Anteil vital. Es handelt sich hierbei um die ersten Vorboten einer hoffentlich sehr hohen Jungmuschelzahl – die Infektionsrate der Wirtsfische wurde nach der Überwinterung überprüft und war durchwegs hoch bis sehr hoch. Mit der ersten Kontrolle des Erntesiebes im Aist-Stamm wurde auch im Naarn-Stamm auf den Erntebetrieb umgestellt, wir hoffen, auch hier bald von den ersten abgefallenen Jungmuscheln berichten zu können.

 

 

13.5.2013

Die Kronen Zeitung informiert sich

Nachdem in der Kronen Zeitung vom 23. März 2013 ein Beitrag zum Thema Fischotter und Flussperlmuschel(projekt) erschienen war, der sehr unvollständig recherchiert war, was zu Fehlaussagen und auch zu entsprechenden Reaktionen führte, hat der Redakteur des Beitrages die Einladung des Projektteams wahrgenommen, und sich selbst vor Ort über das oberösterreichische Flussperlmuschelprojekt informiert. Der daraus resultierende Beitrag ist sehr gut gelungen und sei deshalb hier zum Download bereitgestellt.

10.5.2013

Ankündigung Fachtagung "Wiederherstellung geeigneter Lebensräume für die Flussperlmuschel"

Vom 13. bis zum 15. November 2013 findet in Kefermarkt eine internationale Tagung zur Wiederherstellung geeigneter Lebensräume für die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) statt. Details dazu finden Sie hier.


27.3.2013

anklicken um den Artikel der Kronen Zeitung zu lesen

Fachliche Richtigstellung zu dem Artikel über den Verlust von Flussperlmuscheln durch Fischotterfraß in der Kronen Zeitung am 23. März 2013

Im folgenden Text möchte ich, als Leiter jenes Büros, das im Auftrag des Amtes der Oö. Landesregierung, Abt. Naturschutz, mit der Durchführung des Projektes „Vision Flussperlmuschel“ beauftragt ist, einige Fakten richtigstellen, die in dem Artikel falsch dargestellt wurden.

Behauptung:

>>"Das waren bis zu 1000 Muscheln je Standort", ist Walter Koller vom Fischereirevier Rohrbach entsetzt.<<

Richtigstellung:

Es wurden in den letzten Jahren Kartierungen der Muschelbestände in Großer und Kleiner Mühl durchgeführt. Da es für diese Untersuchungen immer der Zustimmung des Fischereiberechtigten und der Information des Fischereirevieres bedarf, waren diese - das Fischereirevier sogar in Person des im Artikel zitierten Walter Koller in seiner Funktion als Geschäftsführer - in die Untersuchungen intensiv eingebunden.
Die Untersuchungsergebnisse waren:
Große Mühl (2012): 165 lebende Flussperlmuscheln
Kleine Mühl (1998 und 2008): 37 lebende Flussperlmuscheln
Sollten in einem Bereich der beiden Flüsse tatsächlich Muschelbänke mit bis zu 1000 Muscheln existiert haben, so ist es völlig unverständlich, weshalb das Fischereirevier diese Kenntnis während der eigentlich guten Zusammenarbeit verschwiegen hat. Zumal bei so individuenreichen Muschelbeständen möglicherweise der Fokus der Schutzbemühungen tatsächlich auf diese Flussgebiete gelegt worden wäre.

Behauptung:

>>Um Restbestände in der Großen und Kleinen Mühl wieder aufzupäppeln, investiert das Land Oberösterreich seit knapp zwei Jahren 200.000 Euro.<<

Richtigstellung:

Es stimmt weder die Summe, noch das Gebiet. Es wird alles Geld, das für das oberösterreichische Flussperlmuschel-Artenschutzprojekt zur Verfügung steht, in die Einzugsgebiete von Aist und Naarn investiert. Für die Mühl gibt es seit Jahren keine Finanzierung durch das Land Oö., sondern kleinere Beträge, hauptsächlich für Öffentlichkeitsarbeit aus einem Bundesbudget (VielfaltLeben).
Abgesehen davon sind alle Tiere, die mit diesem Geld „finanziert“ wurden, entweder im Nachzuchtcontainer, der extra dafür errichtet wurde, in meinem Büro im Labor oder an einem anderen geschützten Platz (auch die infizierten Wirtsfische in Käfigen in der Teichanlage in Kefermarkt). Sie konnten also in keiner Weise geschädigt werden.

Generelle Behauptung:

"Der Fischotter frisst Perlmuscheln"

Richtigstellung:

Diese Behauptung ist eine aus dem textlichen Zusammenhang gerissene Vermutung aus einer Fischotterstudie eines anerkannten Experten. Darin wird in einem Nebensatz geschrieben, dass der Otter vermutlich auch Muscheln fressen kann.
Es gibt zurzeit keine wissenschaftlich fundierte Literatur zu dem Thema, was sicherlich anders wäre, wenn es nur den Verdacht gäbe, dass der Fischotter Flussperlmuscheln frisst. Es werden beispielsweise in anderen europäischen Ländern Projektsummen von mehreren Millionen Euro investiert, um Muschelpopulationen von teils nur wenigen dutzend Tieren zu erhalten bzw. diese Bestände wieder „aufzupäppeln“. Würden Fischotter Muscheln fressen und solche Großprojekte gefährden, würde sich dazu Literatur finden lassen.
Ergänzend noch folgende Fakten:
Meine Mitarbeiter und ich arbeiten seit 1999 mit Muscheln – wir beobachten diese Fragestellung sehr genau – es wurde noch nie eine Flussperlmuschel mit Bissspuren auf der Schale oder gar eine aufgebissene Flussperlmuschel gefunden. Dagegen findet man immer wieder von der Bisamratte aufgebissene Muscheln der Art Unio crassus, die aber fast ausschließlich außerhalb des Mühlviertels vorkommt.
Viele Experten sind sich einig, dass der Fischotter eine erwachsene Flussperlmuschel nicht aufbeißen kann, weil sie für sein Maul zu groß ist und die Schale zudem sehr dickwandig. Jüngere Exemplare würde er vermutlich aufbeißen können, aber solche haben wir zurzeit nicht mehr in unseren Gewässern, weil seit mehreren Jahrzehnten (also lange, bevor die Otterbestände wieder zunahmen) die Reproduktion nicht mehr funktioniert.
Die Teichanlage in Kefermarkt, wo wir die infizierten Fische in Käfigen hältern, wurde laut dem Teichbesitzer (Wentzel`sche Gutsverwaltung) diesen Winter (2012/213) massiv von Fischottern besucht, wo er auch zahlreiche Fische erbeutete. Dort finden sich in einem kleinen Fließgraben mit ca. 20 cm Wassertiefe zahlreiche Teichmuscheln verschiedener Arten. Diese Muscheln haben eine viel dünnere Kalkschale als die Flussperlmuschel. Trotzdem wurde keine einzige vom Fischotter gefressen oder auch nur aufgebrochen oder angebissen.
Wir beobachten außerdem die letzte größere Muschelbank Oberösterreichs mit knapp 2.000 Muscheln in der Waldaist sehr genau. Uns sind weder an- oder aufgebissene Muschelschalen aufgefallen, noch ist ein rascher Bestandsrückgang zu erkennen, der sich in irgendeiner Form auf den Fischotter zurückführen ließe.
Bei internationalen Fachtagungen wird das Thema Fischotter im Zusammenhang mit Flussperlmuscheln regelmäßig diskutiert – ein negativer Einfluss des Otters auf Perlmuschelbestände wurde bislang aber in keinem europäischen Land nachgewiesen. Im Gegenteil wird angenommen, dass der Fischotter sogar einen gewissen Fraßdruck von den Flussperlmuscheln nimmt, weil er die Bisamratte jagt und letztendlich eliminiert – die sich nachweislich auch von Muscheln ernährt. Die Erfahrung zeigt, dass in Gewässern, in denen der Fischotter Reviere hat, die Bisamratte erfolgreich verdrängt wird.

Behauptung:

>>Leben doch allein im Bezirk Rohrbach inzwischen 50 dieser geschützten Tiere.<<

Richtigstellung:

Diese Zahl scheint deutlich zu hoch zu sein. Andreas Kranz et al. geben im Jahr 2003 etwa 20 Fischotter im Mühl-System an. Selbst wenn sich seit damals der Bestand verdoppelt hat, erscheinen 50 zu viel.

Behauptung (nicht besonders wichtig, aber eben auch falsch):

>>Einige Muschelbänke sind wegen des hohen Wasserstandes noch nicht zugänglich, aber vermutlich auch weg.<<

Richtigstellung:

Ein Vergleich der langjährigen Wasserführungsdaten des Hydrografischen Dienstes mit Online-Pegelmessungen zeigt, dass die Mühl seit mindestens 2 Wochen eine Niederwassersituation hat.

Abschließend möchte ich meiner persönlichen Meinung Ausdruck verleihen:

Es ist für mich, der ich mich als Gewässerökologe und Fischer dem Naturschutz verschrieben habe, völlig unverständlich, wie man in einer so polarisierenden Art und Weise versuchen kann, eine geschützte Art gegen eine andere auszuspielen.
Mit dem eitlen Verlangen, seine eigenen Vorstellungen von Naturschutz, Fischschutz, oder wie man diese Beweggründe auch immer maskieren will, um jeden Preis durchzusetzen, setzt man Unwahrheiten in die Welt und nimmt gleichzeitig in Kauf, die Natur – in diesem Fall den Artenschutz für die Flussperlmuschel beziehungsweise das dazu stattfindende Projekt – in Verruf zu bringen und nachhaltig zu schädigen.
Es ist sehr schade, dass Menschen zum Mittel der Hetze greifen, um eine eigene Meinung kundzutun beziehungsweise unreflektiert einen Leserkreis zu erreichen, den man dann eben im Zweifelsfall sogar mit polemisch aufbereiteten Unwahrheiten auf seine Seite zu bringen versucht.

Aktionismus in diesem Stil hat meiner Meinung nach weder im Naturschutz, noch in der Fischerei etwas verloren und trägt in Wirklichkeit nur dazu bei, vernünftige Kompromisse zu verhindern und bedient eigentlich nur die eigene Streitsucht.

 

6.3.2013

„Vision Flussperlmuschel“ bei der bayerischen Muschelschutztagung

Die bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) lud am 5. März zur mittlerweile vierten Muschelschutztagung ins Wissenschaftszentrum Weihenstephan an der Technischen Universität München. Die Tagung stand unter dem Titel „Strategien im Muschelschutz – aktuelle Entwicklungen in Bayern und Europa“. Wir freuen uns besonders, dass das Technische Büro für Gewässerökologie eingeladen wurde, einem 80-köpfigen Fachpublikum in einem halbstündigen Vortrag das oberösterreichische Flussperlmuschel-Artenschutzprojekt vorzustellen. Der Vortrag widmete sich der historischen Bedeutung der Flussperlmuschel für Österreich, den frühen Artenschutzbemühungen seit Ende der 1990er-Jahre und der Entstehung des aktuellen Artenschutzprojekts. Weitere Vorträge behandelten den Status quo des Muschelschutzes in Bayern, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Funktionalität von Fließgewässern und die Optimierung der Nachzucht von juvenilen Flussperlmuscheln im Labor. Mit Teilnehmern aus ganz Deutschland, aus Österreich und Luxemburg trug diese Veranstaltung zur weiteren fachlichen Vertiefung der sehr guten internationalen Zusammenarbeit bei.

 

8.2.2013

Exkursion bayerischer Fachkollegen zur Flussperlmuschelstation in Kefermarkt

Es freut uns besonders, dass unsere Muschelzuchtanlage mittlerweile über die Bundesgrenzen hinaus Beachtung findet: Am 4. Februar besuchte eine 10-köpfige Delegation aus Bayern (organisiert von der Koordinationsstelle für Muschelschutz an der TU München) unsere Containeranlage in Kefermarkt, um sich über das Nachzuchtprojekt im Allgemeinen, die genaue Funktionsweise der Anlage, technische Details und Zeitabläufe des Projektes zu informieren. im Zuge der Anlagenbesichtigung wurde eine Vielzahl verschiedener Themen diskutiert, wobei vor allem Fragen der Nachzucht, der Aufzucht im Labor und der Überwinterung im Mittelpunkt standen. Die Gruppe setzte sich aus selbständigen Biologinnen und Biologen zusammen, die wie wir in angewandten Nachzuchtprojekten arbeiten, aber auch aus Vertretern öffentlicher Stellen und aus Universitätsmitarbeitern – also aus den maßgeblichen Akteuren des bayerischen Muschelschutzes. Wir freuen uns, dass die internationale Zusammenarbeit in diesem Fachbereich so gut funktioniert und freuen uns schon darauf, diese in Zukunft noch zu vertiefen.

 

18.9.2012

Bericht zur Tagung in Portugal

Als sehr erfolgreich kann die Teilnahme der Blattfische an der Muschelschutztagung in Bragança (Portugal) bezeichnet werden. Die internationale Fachkollegenschaft zeigte sich am österreichischen Flussperlmuschelprojekt sehr interessiert und war besonders von den Nachzuchterfolgen und den im europaweiten Vergleich erfreulich hohen Überlebensraten im Freiland beeindruckt. Clemens Gumpinger und Christian Scheder hatten auf der Tagung aber nicht nur die Gelegenheit, Teilnehmern aus 27 Ländern das österreichische Flup-Projekt vorzustellen, sondern konnten auch bestehende Fachkontakte vertiefen und Kolleginnen und Kollegen aus Ländern, die erst kürzlich in den Flussperlmuschelschutz eingestiegen sind, kennenlernen und mit ihnen verschiedenste Problemkreise diskutieren. Besonders stolz macht es uns in diesem Zusammenhang, dass Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern auf Daten, Erfahrungen und Methoden zurückgreifen, die im Zuge unseres Artenschutzprojektes gesammelt und entwickelt wurden. Zugleich konnten die Blattfische aus der Vielzahl an Vorträgen, Posterpräsentationen und persönlichen Gesprächen viele neue und nützliche Informationen für die Weiterführung des österreichischen Flup-Projektes gewinnen. Es ist sehr erfreulich, dass europaweit alle Institutionen, die sich dem Flussperlmuschelschutz verschrieben haben, an einem Strang ziehen und einen allseitigen Informationsfluss aufrechterhalten. Damit kann jeder von jedem profitieren, und das langfristige überleben der Flussperlmuschel wird dadurch in vielen Ländern immer wahrscheinlicher.

29.8.2012

International Meeting on Biology and Conservation of Freshwater Bivalves

Um Erfahrungen mit anderen Fachleuten austauschen zu können und fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben, werden zwei Vertreter des Technischen Büros für Gewässerökologie bei der Muscheltagung "International Meeting on Biology and Conservation of Freshwater Bivalves" Anfang September teilnehmen. Dabei werden sie auch selber zwei Vorträge über die Konzeption, den Verlauf und die Erfolge des oberösterreichischen Flussperlmuschelprojekts und über das Wachstum und Überleben von jungen Flussperlmuscheln im Labor und im Freiland halten.

 

03.07.2012

Tausendermarke geknackt!

Die jungen Flussperlmuscheln, die ihren ersten Winter auf den Wirtsfischen in der Nachzuchtanlage in Kefermarkt erfolgreich hinter sich gebracht haben, fallen nun sukzessive von den Forellen ab. Alle zwei Tage werden die neu abfallenden Jungtiere aus dem Ausfangsieb „geerntet“ und ins Labor gebracht, wo sie in der Klimakammer regelmäßig mit frischem Wasser und Futter versorgt werden. Wir freuen uns sehr, mitteilen zu können, dass wir mittlerweile etwas mehr als 1.000 junge vitale Muscheln in Händen halten – und die Überlebensraten im Labor sind bereits als erfreulich hoch zu bezeichnen. Nach wie vor fallen täglich etliche Dutzend Jungmuscheln von den Wirtsfischen ab, die Zahlen werden also hoffentlich noch längere Zeit weiter ansteigen. Bedenkt man, dass in der Naarn bislang insgesamt nur 144 erwachsene Tiere nachgewiesen werden konnten, gibt die sehr hohe Zahl an kräftigen, gesunden Jungtieren durchaus Anlass zum Optimismus, was den Fortbestand dieser bereits knapp vor dem aussterben stehenden Population angeht.

22.05.2012

Elterntiere aus der Naarn in der Zuchtrinne
Wenige Tage alte Jungmuschel

Erste Nachzuchterfolge bei Flussperlmuscheln aus der Naarn

Im Zuge von Bauarbeiten am Machland-Damm wurden im Sommer 2010 in der Naarn 123 Flussperlmuscheln unterschiedlichen Alters entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt war nichts über eine bestehende Population in der Naarn bekannt. Heute, zwei Jahre später, kann bereits über die ersten Nachzuchterfolge berichtet werden, die berechtigte Hoffnung auf einen Fortbestand der Flussperlmuschel im Naarn-System machen.

Der Fund der Naarn-Population deckte sich zeitlich mit den Vorbereitungsarbeiten für das Flussperlmuschel-Nachzuchtprojekt. Letzteres sollte darauf ausgelegt werden, zwei unterschiedliche Stämme nachzuzüchten. Im Vorfeld war viel darüber diskutiert worden, welcher Stamm neben dem Aist-Stamm herangezogen werden sollte. Der Zufallsfund der Naarn-Muscheln konnte diese Diskussion rasch beenden.

Im Sommer 2011 wurden unmittelbar nach Fertigstellung der Nachzuchtanlage 50 Naarn-Muscheln in die Zuchtrinne eingesetzt, die sich erfreulich gut entwickelten. Die Weibchen wurden trächtig, die Infektion der Wirtsfische funktionierte wie erhofft. Nach der erfolgreichen Überwinterung der infizierten Fische wurden diese Anfang Mai in ein Erntebecken eingesetzt, in dem die jungen Muscheln in einem Sieb aufgefangen und eingesammelt werden können. Schon am 12. Mai konnten die ersten abgefallenen Jungmuscheln dokumentiert und in den Klimaschrank übersiedelt werden, wo sie bei konstanter Temperatur und wöchentlichem Wasser- und Futterwechsel aufgezogen werden. Zu Beginn der Abfallphase ist naturgemäß mit einer sehr hohen Mortalitätsrate zu rechnen, da zuerst die nicht lebensfähigen Individuen abgestoßen werden. Folglich kann erst nach etwa einer Woche, wenn der erste Wasserwechsel durchgeführt wird, eine seriöse Aussage über die tatsächliche Zahl lebensfähiger Muscheln getroffen werden. Dieser erste Wasserwechsel ist inzwischen erfolgt, und wir freuen uns mitteilen zu können, dass wir in der ersten, naturgemäß sehr ausfallsreichen Woche in der Anfangsphase des Abfallens bereits 26 vitale Jungtiere gewinnen konnten, die mittlerweile schon mit ihrer Bewegungsaktivität beginnen. Vorerst werden die Siebe in der Anlage alle zwei Tage kontrolliert. Sobald größere Mengen an Jungmuscheln abzufallen beginnen, werden die Siebe täglich geleert. Mit fortschreitender Zeit ist dann auch mit einer deutlich höheren Überlebensrate zu rechnen. Wir sind zuversichtlich, dass wir an dieser Stelle in den nächsten Wochen über große Zahlen an Jungmuscheln berichten können.

14.05.2012

Beim Vermessen der Gießenbach-Jungmuscheln nach der Überwinterung

Erfolgreiche Überwinterung

In der zweiten Mai-Woche wurde die Nachzuchtanlage in Kefermarkt auf Frühsommerbetrieb umgestellt: die erfolgreich überwinterten Wirtsfische wurden in Erntebecken eingesetzt, in denen die jungen Muscheln nach vollendeter Umwandlung abfallen und in einem Sieb gesammelt werden können.

Zeitgleich wurden die Überwinterungsboxen mit den Jungmuscheln, die im letzten Jahr im Gießenbach gewonnen wurden, geöffnet. Höchst erfreulich ist das Ergebnis: nach sieben Monaten Hälterung im Heimatgewässer lag die Überlebensrate in den Boxen bei überraschend hohen 85%! Parallel zu den Überwinterungsversuchen im Freiland wurden 50 Jungmuscheln im Labor in einem Klimaschrank gehalten und hier wöchentlich Wasser- und Futterwechsel durchgeführt. Hier konnte sogar eine Überlebensrate von 96% erzielt werden.

Alle Jungmuscheln, die ihren ersten Winter gut überstanden haben, wurden in Lochplatten in mögliche zukünftige Flussperlmuschelgewässer ausgebracht. Über den Sommer sollen die Überlebens- und Zuwachsraten in den verschiedenen Gewässern dokumentiert werden. Parallel dazu werden auch regelmäßig phyiskalisch-chemische Wasseruntersuchungen durchgeführt. Die am besten geeigneten Gewässerabschnitte sollen in weiterer Folge für die Wiederansiedelung neuer Flussperlmuschelpopulationen vorbereitet werden.

 

10.04.2012

Abholung der infizierten Wirtsfische
Mit Glochidien infizierte Kiemen einer Bachforelle

Österreichische Flussperlmuscheln als Teil eines internationalen Forschungsprojekts

Der Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie an der Technischen Universität München führt derzeit ein internationales Forschungsprojekt durch, in das nun auch Österreich eingebunden worden ist. An insgesamt fünf Gewässern in Luxemburg, Deutschland und Österreich werden Jungmuscheln von infizierten Wirtsfischen gewonnen, unter kontrollierten Bedingungen aufgezogen und im kommenden Frühjahr in Brutboxen in verschiedenen Gewässern ausgebracht. Ziel dieses Projekts ist es, Details über Faktoren zu klären, die für das Überleben und Wachstum der Jungmuscheln verantwortlich sind.

Das oberösterreichische Flussperlmuschelschutzprojekt nimmt an diesem Projekt teil, indem es Fische, die letzten Sommer im Rahmen des Projekts im Gießenbach-Mühlbach routinemäßig infiziert wurden, für die Jungmuschelgewinnung zur Verfügung stellt. Insgesamt konnten 63 infizierte Bachforellen in die Obhut der deutschen Kollegen übergeben werden. Im kommenden Frühjahr werden Jungmuscheln aus allen beteiligten Einzugsgebieten in Lochplatten in den Gießenbach eingesetzt, Überlebens- und Wachstumsraten dokumentiert und verglichen, und schließlich mit den Daten aus den übrigen Gebieten verschnitten. Das Projekt lässt wesentliche neue Erkenntnisse für den Flussperlmuschelschutz erwarten und wird daher auch für die österreichischen Artenschutzbemühungen eine wichtige Hilfestellung für Entscheidungsfindungen darstellen.

04.04.2012

International Meeting on Biology and Conservation of Freshwater Bivalves

Ankündigung


Natürlich ist es beim Flussperlmuschelprojekt besonders wichtig uns mit internationalen Fachleuten auszutauschen und fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben. So wurden vom Technischen Büro für Gewässerökologie drei Beiträge für die internationale Tagung „International Meeting on Biology and Conservation of Freshwater Bivalves“ Anfang September in Portugal angenommen.

 

19.12.2011

Frohes Fest!

Wir wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2012!

Allen Kollegen, Auftraggebern und Freunden möchten wir für die erfolgreiche und gute Zusammenarbeit im abgelaufenen Jahr danken!

 

 

02.11.2011

Ankündigung: Fernsehbeitrag zum Flussperlmuschelprojekt am 4.11.2011 in Oberösterreich Heute

Das ORF Landesstudie wird im Rahmen der Sendung "Oberösterreich heute" einen Beitrag zum Artenschutzprojekt Flussperlmuschel senden. Der voraussichtliche Sendetermin ist Freitag, der 4. November 2011.
Das Aufnahmeteam begleitete dafür Clemens Gumpinger zur Flussperlmuschel-Nachzuchtstation nach Kefermarkt und besuchte ein Gewässer im Aist-System, um lebende Flussperlmuscheln "Live" zu beobachten.

 

19.10.2011

Nachgezüchtete Jungmuscheln im Heimatgewässer ausgewildert

Im Beisein des Landesrates Dr. Manfred Haimbuchner und Vertretern des Naturschutzbundes Oö. wurden die aus dem Gewässersystem des Gießenbachs stammenden Jungmuscheln in ihrem Heimatgewässer ausgewildert.
Die kleinen Muscheln wurden im Frühsommer dieses Jahres in einer Anlage im Hof der Familie Hintersteiner von infizierten Wirtsfischen gewonnen und danach im Technischen Büro für Gewässerökologie aufgezogen. Die ursprünglich 0,4 mm großen Jungmuscheln weisen mittlerweile die beachtliche Größe von durchschnittlich 1,6 mm auf – haben also in nur einem Sommer ihre Körperlänge vervierfacht.
Die Jungmuscheln wurden nun in speziell angefertigten Behältnissen (sogenannten Buddensiek-Boxen) ins Gewässer ausgebracht. Mit dieser Methode kann man im Frühjahr die Überlebens- und Wachstumsraten kontrollieren.

Birgit Lerchegger beim Vorbereiten der Jungmuscheln für die Aussiedelung
Landesrat Dr. Haimbuchner beim Einbringen der Buddensiek-Boxen ins Gewässer

14.10.2011

Direktor Dr. Gottfried Schindlbauer, Landesrat Dr. Manfred Haimbuchner und Dkfm. Carl-Friedrich Wentzel bei der Enthüllung der Informationstafel

Offizielle Eröffnung der ersten österreichischen Flussperlmuschel-Nachzucht-Station

Am 14.10.2011 wurde die an der Teichanlage der Wentzel´schen Gutsverwaltung in Kefermarkt im Rahmen des Artenschutzprojektes Flussperlmuschel errichtete Nachzuchtanlage offiziell eröffnet.
Unter Anwesenheit des Naturschutz-Landesrats Dr. Manfred Haimbuchner, des Direktors der Abteilung Naturschutz am Amt der Oö. Landesregierung, Dr. Gottfried Schindlbauer, des Hausherrn Dkfm. Carl-Friedrich Wentzel sowie von Vertretern von Behördenseite und aus der Fischerei wurde die Anlage feierlich eröffnet.
Die umfangreichen Bauarbeiten, die zur Errichtung der Nachzuchtstation notwendig waren, konnten im Juni dieses Jahres abgeschlossen werden. Seit Anfang Juli werden in der Containeranlage nun erwachsene Flussperlmuscheln und Wirtsfische in Zuchtrinnen gehältert, um ohne störende Einflüsse junge Flussperlmuscheln zu gewinnen und so die Art vor dem Aussterben zu bewahren.
Das Projekt ist bislang so erfolgreich verlaufen, dass im Rahmen der Eröffnung bereits mit Flussperlmuschel-Larven infizierte Wirtsfische sowie die österreichweit ersten je nachgezüchteten Jungmuscheln präsentiert werden konnten.
Ein Dank gebührt  an dieser Stelle noch einmal dem Gutsverwalter, Herrn Wilhelm Leitner und seinem Team, allen voran Fischmeister Gerhard Leonhartsberger, Markus Freudenthaler und DI Helmut Höller, die neben dem Projektteam für den reibungslosen Betrieb der Nachzucht-Station verantwortlich sind.

Exkursion 21.08.2011

Logo Naturschauspiel

Naturschauspiel Wassertierwelt.Maltsch

Für alle, die die Flussperlmuschelführungen an der Aist heuer verpasst haben, sich aber noch gerne über diese Tierart informieren möchten, sei auf diesen Naturschauspiel-Termin hingewiesen.


Anmeldung unter www.naturschauspiel.at
Termin: 21.08.2011
Zeit: 9:00 bis 12:00 Uhr
Treffpunkt: NATURA 2000 Grünes Band Europa Infozentrum Leopoldschlag (Marktplatz 2, 4262 Leopoldschlag)

 

 

Exkursion 08.08.2011

Exkursion an der Aist

Naturschauspiel Flussperlmuschel

Unter dem Titel „Naturschauspiel – (Ent)führung in die Natur“ (www.naturschauspiel.at) werden derzeit oberösterreichweit verschiedenste Naturführungen zu unterschiedlichsten Themen angeboten.

Ein Spielort des Naturschauspiels war auch der Zusammenfluss von Schwarzer und Weißer Aist zur Waldaist in Weitersfelden, wo von Mitarbeitern des Technischen Büros für Gewässerökologie über das Leben der Flussperlmuschel berichtet wurde und die Problemkreise, die zu ihrem europaweiten verschwinden führen, erläutert wurden. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die aktuellen Schutzmaßnahmen gelegt, und hier vor allem auf das Artenschutzprojekt „Vision Flussperlmuschel“, das im Zuge der führung detailliert vorgestellt wurde.

Bei insgesamt vier führungsterminen haben sich 66 Interessierte Naturfreundinnen und Naturfreunde aller Altersgruppen über die Flussperlmuschel informiert und angeregte Diskussionen mit dem Naturschauspieler geführt – wir freuen uns sehr über das große Interesse, das dieser Tierart und unserer Arbeit entgegengebracht wird!