
Aktuelles
14.05.2012

Erfolgreiche Überwinterung
In der zweiten Mai-Woche wurde die Nachzuchtanlage in Kefermarkt auf Frühsommerbetrieb umgestellt: die erfolgreich überwinterten Wirtsfische wurden in Erntebecken eingesetzt, in denen die jungen Muscheln nach vollendeter Umwandlung abfallen und in einem Sieb gesammelt werden können.
Zeitgleich wurden die Überwinterungsboxen mit den Jungmuscheln, die im letzten Jahr im Gießenbach gewonnen wurden, geöffnet. Höchst erfreulich ist das Ergebnis: nach sieben Monaten Hälterung im Heimatgewässer lag die Überlebensrate in den Boxen bei überraschend hohen 85%! Parallel zu den Überwinterungsversuchen im Freiland wurden 50 Jungmuscheln im Labor in einem Klimaschrank gehalten und hier wöchentlich Wasser- und Futterwechsel durchgeführt. Hier konnte sogar eine Überlebensrate von 96% erzielt werden.
Alle Jungmuscheln, die ihren ersten Winter gut überstanden haben, wurden in Lochplatten in mögliche zukünftige Flussperlmuschelgewässer ausgebracht. Über den Sommer sollen die Überlebens- und Zuwachsraten in den verschiedenen Gewässern dokumentiert werden. Parallel dazu werden auch regelmäßig phyiskalisch-chemische Wasseruntersuchungen durchgeführt. Die am besten geeigneten Gewässerabschnitte sollen in weiterer Folge für die Wiederansiedelung neuer Flussperlmuschelpopulationen vorbereitet werden.
10.04.2012
Österreichische Flussperlmuscheln als Teil eines internationalen Forschungsprojekts
Der Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie an der Technischen Universität München führt derzeit ein internationales Forschungsprojekt durch, in das nun auch Österreich eingebunden worden ist. An insgesamt fünf Gewässern in Luxemburg, Deutschland und Österreich werden Jungmuscheln von infizierten Wirtsfischen gewonnen, unter kontrollierten Bedingungen aufgezogen und im kommenden Frühjahr in Brutboxen in verschiedenen Gewässern ausgebracht. Ziel dieses Projekts ist es, Details über Faktoren zu klären, die für das Überleben und Wachstum der Jungmuscheln verantwortlich sind.
Das oberösterreichische Flussperlmuschelschutzprojekt nimmt an diesem Projekt teil, indem es Fische, die letzten Sommer im Rahmen des Projekts im Gießenbach-Mühlbach routinemäßig infiziert wurden, für die Jungmuschelgewinnung zur Verfügung stellt. Insgesamt konnten 63 infizierte Bachforellen in die Obhut der deutschen Kollegen übergeben werden. Im kommenden Frühjahr werden Jungmuscheln aus allen beteiligten Einzugsgebieten in Lochplatten in den Gießenbach eingesetzt, Überlebens- und Wachstumsraten dokumentiert und verglichen, und schließlich mit den Daten aus den übrigen Gebieten verschnitten. Das Projekt lässt wesentliche neue Erkenntnisse für den Flussperlmuschelschutz erwarten und wird daher auch für die österreichischen Artenschutzbemühungen eine wichtige Hilfestellung für Entscheidungsfindungen darstellen.
04.04.2012
Ankündigung
Natürlich ist es beim Flussperlmuschelprojekt besonders wichtig uns mit internationalen Fachleuten auszutauschen und fachlich auf dem neuesten Stand zu bleiben. So wurden vom Technischen Büro für Gewässerökologie drei Beiträge für die internationale Tagung „International Meeting on Biology and Conservation of Freshwater Bivalves“ Anfang September in Portugal angenommen.

